jura-basic (Lexikon: Fundsache Verlorene-Sache) - Grundwissen
   

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Fund und Finderlohn

Verlorene Sache

Rz. 3

Verloren ist Sache eine Sache, die nicht im Besitz einer Person ist, aber nicht herrenlos ist.

Herrenlos ist eine Sache, wenn der Eigentümer in der Absicht, auf das Eigentum zu verzichten, den Besitz der Sache aufgegeben hat (vgl. § 959 BGB@). Hat der Eigentümer den Besitz noch nicht aufgegeben, aber weis er nicht, wo die Sache ist, dann ist die Sache verloren.

Die verlorene Sache ist eine besitzlose Sache. Denn der Besitz einer Sache erfordert eine tatsächliche Herrschaftsmacht über eine Sache (siehe Besitz). Eine solche Herrschaftsmacht ist bei einer verlorenen Sache nicht möglich, da der Verlierer nicht weiß, wo die Sache ist. Der Besitz an der Sache endet (vgl.§ 856 Abs. 1 BGB@).

Eine vorübergehende Verhinderung der Besitzausübung führt nicht zur Beendigung des Besitzes (§ 856 Abs. 2 BGB@). Nicht besitzlos sind liegengelassene, vergessene Sachen, wenn ihre Lage bekannt und jederzeitige Wiedererlangung der Sache möglich ist, z.B. Abstellen des Autos auf dem Flughafenparkplatz während der Fernreise.

Eine Sache wird auch nicht besitzlos, wenn die Sache in geschlossenen Räumen einer anderen Person verloren geht. In diesem Fall erlangt der Besitzer der Räume den Besitz an der Sache.

An einer Sache, die ein Kunde im Supermarkt verliert, erlangt der Geschäftsinhaber sofort Besitz. Wird die Sache später von einem anderen Kunden entdeckt, gilt sie als nicht verlorene Sache (BGH, 24.06.1987 - VIII ZR 379/86).

Beispiel: Verliert ein Kunde einen Geldschein in einem Supermarkt, so erlangt der Inhaber sofort Besitz an dem Geldschein. Findet ein anderer Kunde den Geldschein auf dem Boden und übergibt den Geldschein dem Inhaber, dann ist der Inhaber bereits zu diesem Zeitpunkt Besitzer des Geldscheins. Der Entdecker des Geldscheins hat keinen Anspruch auf Finderlohn (BGH aaO unter II.2c).


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Dokument-Nr. 000440, © jura-basic 2019

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