jura-basic (Lexikon: Vertretung Namensunterschrift) - Grundwissen
   

  Rechtslexikon

 Juristisches
      Basiswissen


Rechtsgebiete:


Informationen:

Stellvertretung (Stellvertretung, Überblick)

Begriff und Bedeutung

Rz. 1

Die Stellvertretung ist das

  • Handeln im fremden Namen

  • mit Vertretungsmacht.

Bei der Stellvertretung offenbart der Handelnde, dass er für eine andere Person handelt. Der Handelnde gibt für eine andere Person eine Willenserklärung ab.

Derjenige, der im Namen eines anderen nach außen auftritt und handelt, wird als Vertreter oder Stellvertreter bezeichnet.

Beispiel: Der Vorstand eines Vereins vertritt den Verein gerichtlich und außergerichtlich (§ 26 Abs. 1 BGB@). Er ist der Stellvertreter des Vereins. Der Vorstand einer Aktiengesellschaft ist der Vertreter der AG (§ 78 AktG@). Der Geschäftsführer einer GmbH ist der Vertreter der GmbH.

Im Rahmen der Vertretungsmacht kann der Vertreter unter Beachtung der Interessen des Vertretenen frei entscheiden, ob und mit welchem Inhalt er eine Willenserklärung abgibt. Der Stellvertreter hat eine gewisse Entscheidungsfreiheit. Die abgegebene Willenserklärung beruht auf seiner Entscheidung.

Für das Handeln im Namen des Vertretenen macht es keinen Unterschied, ob die Erklärung ausdrücklich im Namen des Vertretenen erfolgt oder ob die Umstände ergeben, dass die Erklärung in dessen Namen erfolgen soll (§ 164 Abs. 1 BGB@).

Handelt der Vertreter im fremden Namen mit Vertretungsmacht, dann wirkt die Willenserklärung des Vertreters unmittelbar für und gegen den Vertretenen (§ 164 Abs. 1 BGB@). Die Willenserklärung des Vertreters wird dem Vertretenen zugerechnet. Die Erklärung des Vertreters wird zur Erklärung des Vertretenen.

Beispiel: Schließt ein Arbeitnehmer im Namen und mit Vertretungsmacht des Arbeitgebers mit dem Kunden einen Vertrag, dann kommt der Vertrag mit dem Vertretenen (Arbeitgeber) zustande. Die Willenserklärung des Vertreters wird dem Vertretenen zugerechnet. Die Willenserklärung des Vertreters wirkt unmittelbar für und gegen den Vertretenen (§ 164 Abs. 1 BGB@).

Eine Stellvertretung ist unzulässig bei höchstpersönlichen Rechtsgeschäften z.B. Testament.

Der Umfang der Vertretungsmacht kann im Außenverhältnis anders geregelt sein als im Innenverhältnis (siehe Vertretungsmacht, Rz.6).


|| Rz. 2 >>

Inhaltsübersicht ...    (jura-basic)


Dokument-Nr. 00060, © jura-basic 2019

Weitere Themen...

Hier können Sie weitere Themen lesen, die von jura-basic bereitgestellt werden.

Tipp

Themen von jura-basic finden Sie im Internet schneller, wenn Sie dem Suchbegriff zusätzlich 'jura basic' hinzufügen, z.B. Arbeitsvertrag jura basic

Verzug ohne Verschulden?

Leistet der Schuldner bei Fälligkeit nicht, kommt er dann in jedem Fall in Verzug? Nein (Details).

Mahnbescheid und Inkasso

Inkassounternehmen erwerben von Gläubigern (z.B. Verkäufern) deren Forderungen. Zahlt der Schuldner bei Fälligkeit seine Schuld nicht, kann das Inkassounternehmen bei Gericht einen Mahnbescheid beantragen (siehe Details).

Kaufen Sie im Internet?

Beim Internetkauf (Online-Shopping) ist rechtliches Fachwissen von Vorteil (siehe Details).

Werkvertrag oder Arbeitsvertrag?

Die Abgrenzung kann schwierig. Maßgebend ist nicht die Vertragsbezeichnung, sondern der Vertragsinhalt. siehe Details.

Vertrag, Rund um den Vertragsschluss

Einem Vertragsschluss gehen Vertragsanbahnung und Vertragsverhandlungen voraus. Sind sich die Personen einig, dann kommt es zum Vertragsschluss (siehe Details).

Fragen zu Vertragsverhandlungen?

Eine Willensübereinstimmung wird durch Vertragsverhandlungen erreicht. Im Rahmen von Vertragsverhandlungen werden Vertragspunkte besprochen und ausgehandelt (siehe Details).

Fragen zum Arbeitsverhältnis?

Haben Sie Fragen zum Arbeitsverhältnis, insbesondere zum Urlaub und Urlaubsabgeltung, zur Krankheit, zur Kündigung oder zur Arbeitszeit (insbesondere Bereitschaftsdienst, Überstunden), dann siehe Details.

Hinweise

jura-basic.de, © Copyright 2019...