jura-basic (Lexikon: Geschäftswille) - Grundwissen
   

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Willenserklärung (Wille, Geschäftswille)

1. Begriff und Bedeutung

Der Geschäftswille ist der Wille, ein konkretes Geschäft abschließen zu wollen. Der Erklärende will die Herbeiführung eines konkreten rechtserheblichen Erfolgs (Geschäfts).

Beispiel: V kauft bei K 100 Toilettenpapierrollen. Sein Wille ist auf die Herbeiführung eines konkreten rechtserheblichen Erfolgs gerichtet. Er will das konkrete Geschäft mit den 100 Toilettenrollen abschließen. Er handelt mit einem Geschäftswillen.

Es gibt auch Fälle, in denen das Erklärte sich nicht mit dem Geschäftswillen deckt, z.B. beim Versprechen oder Verschreiben.

Beispiel: Verkäufer V macht dem Käufer ein schriftliches Kaufangebot und schreibt versehentlich 1000 Toilettenpapierrollen statt 100 Toilettenpapierrollen. V erklärt etwas anderes als er will. V handelt mit einem Handlungswillen und Rechtsbindungswillen, aber ohne Willen zum konkreten Geschäft. Die Erklärung deckt sich nicht mit seinem Geschäftswillen, sie ist fehlerhaft. V fehlt der Geschäftswille zum Kauf von 1000 Rollen Toilettenpapier.

Zum Schutz des Erklärungsempfänger, der nicht wissen kann, was für ein Geschäft der Erklärende will, ist eine Willenserklärung ohne Geschäftswillen wirksam. Maßgebend ist die Sicht des Erklärungsempfängers.

Wer bei der Abgabe einer Willenserklärung irrt, kann die Erklärung anfechten, wenn anzunehmen ist, dass er sie bei Kenntnis der Sachlage und bei verständiger Würdigung des Falles nicht abgegeben haben würde. Der Erklärende hat beim Handeln ohne Geschäftswillen ein Anfechtungsrecht.

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Seite aktualisiert: 15.01.2012, Copyright 2017