jura-basic (Lexikon: Vertrag Fernunterrichtsvertrag) - Grundwissen
   

  Rechtslexikon

 Juristisches
      Basiswissen

Rechtsgebiete:


Informationen:

Fernunterrichtsvertrag

Begriff und Bedeutung

Fernunterricht ist die entgeltliche Vermittlung von Kenntnissen und Fähigkeiten,

  • bei der der Lehrende und der Lernende ausschließlich oder überwiegend räumlich getrennt sind, und

  • der Lehrende oder sein Beauftragter den Lernerfolg überwachen (§ 1 FernUSG@).

Ein Fernunterricht erfordert, dass Lehrende und der Lernende überwiegend räumlich getrennt sind.

Lehrer und Schüler sind räumlich getrennt, wenn der Lernende bei sich zu Hause ohne Lehrer lernt. Der Schüler erhält z.B. vom Lehrer gedruckte Lehrhefte, wegen des Postversands auch Lehrbriefe genannt. Lernzeit und Lerntempo bestimmt der Lernende. Möglich sind auch Präsenzseminare, wenn der überwiegende Teil des Lernstoffs räumlich getrennt vom Lehrende bearbeitet wird. Möglich ist auch der Einsatz elektronischer Medien, insbesondere über eine Online- Lernplattform bei der der Lernprozess von der Lehrkraft aus der Ferne aktiv gesteuert und der Lernfortschritt von ihr regelmäßig kontrolliert wird (VG Düsseldorf, 23. November 2010 - Az. 19 K 118/10).

Durch den Fernunterrichtsvertrag verpflichtet sich der Veranstalter von Fernunterricht (Veranstalter), das Fernlehrmaterial einschließlich der vorgesehenen Arbeitsmittel in den vereinbarten Zeitabständen zu liefern, den Lernerfolg zu überwachen, insbesondere die eingesandten Arbeiten innerhalb angemessener Zeit sorgfältig zu korrigieren, und dem Teilnehmer am Fernunterricht (Teilnehmer) diejenigen Anleitungen zu geben, die er erkennbar benötigt (§ 2 Abs. 1 FernUSG@).

Als Lernüberwachung kommt nicht nur eine schriftliche Kontrolle, sondern auch eine mündliche Kontrolle in Betracht, beispielsweise während eines den Fernunterricht begleitenden Direktunterrichts durch Frage und Antwort (BGH, 15. Oktober 2009 - III ZR 310/08, Tz. 19). Es ist ausreichend, wenn eine individuelle Anleitung des Lernenden vorgesehen ist, die eine Lernerfolgskontrolle ermöglicht. Für die Anwendung des Fernunterrichtsschutzgesetzes kommt es nicht darauf an, ob die Lernkontrolle tatsächlich durchgeführt wird. Ein Fernunterricht liegt bereits vor, wenn der Lernende nach dem Vertrag einen Anspruch auf individuelle Anleitung hat und Fragen zum eigenen Verständnis stellen kann (BGH aaO, Tz. 21).

Kein Fernunterricht liegt vor, wenn zwar eine räumliche Trennung zwischen Lehrer und Lernenden (Schüler) besteht, aber der Lernende nach dem Vertrag keinen Anspruch auf individuelle Anleitung hat und keine Verständnisfragen stellen kann, wie z.B. beim Selbststudium (siehe Inhaltsübersicht, 9. Selbststudium).

Der Teilnehmer eines Fernunterrichts ist verpflichtet, die vereinbarte Vergütung zu leisten (siehe Inhaltsübersicht, 3. Vergütung).

Weitere Themen, die für einen Fernunterrichtsvertrag von Bedeutung sind

  • Mindestinhalt

  • Vergütung

  • Schriftform

  • Zulassung

  • Widerrufsrecht

  • Künduigung


(© jura-basic.de)

Inhaltsübersicht..   (jura-basic)

Wissensprüfung?

Haben Sie auch Wissen in Kaufrecht?
So können Sie Ihr Wissen in Kaufrecht zielgerichtet prüfen ( weiter)

Datenschutz (DSGVO)

Informationen zum neuen Datenschutzrecht (siehe Details).

Hinweise

Seite aktualisiert: 03.04.2017, Copyright 2018