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Klage, Widerklage

Widerklage

Die Widerklage ist eine besondere Art einer Klage.

Die Widerklage setzt zunächst eine Klage des Klägers gegen den Beklagten voraus. Nach der Zustellung der Klage, kann der Beklagte eine Widerklage gegen den Kläger erheben. Die Widerklage ist die Klage des Beklagten gegen den Kläger. Durch die Widerklage macht der Beklagte einen eigenen Anspruch geltend.

Beispiel: Wird der Schuldner vom Gläubiger verklagt, dann wird der Gläubiger zum Kläger und der Schuldner wird zum Beklagten. Hat der Beklagte gegen den Kläger einen Gegenanspruch, dann kann der Beklagte auch Klage erheben. Die Klage des Beklagten gegen den Kläger wird als Widerklage bezeichnet. Durch die Widerklage verteidigt sich der Beklagte nicht gegen den Anspruch des Klägers, sondern der Beklagte macht einen eigenen Anspruch geltend und wird selbst zum Kläger.

Durch die Widerklage werden der Anspruch des Klägers und der Gegenanspruch des Beklagten zusammen verhandelt.

Eine Widerklage ist aber nicht in jedem Klagefall möglich. Es sollen nur bestimmte Klagen zusammen verhandelt werden.

Eine Widerklage kann bei dem Gericht der Klage erhoben werden, wenn

  • der Gegenanspruch mit dem in der Klage geltend gemachten Anspruch oder

  • mit den gegen ihn vorgebrachten Verteidigungsmitteln

Ein Zusammenhang zwischen dem Anspruch des Klägers und dem Gegenanspruch des Beklagten liegt vor, wenn die Ansprüche aus demselben Rechtsverhältnis entspringen.

Beispiel: Ein Zusammenhang besteht, wenn dem Anspruch des Verkäufers auf Kaufpreiszahlung ein Gegenanspruch des Käufers aus dem gleichen Kaufvertrag gegenübersteht, z.B. Schadensersatz wegen Nichterfüllung.

Die Widerklage ist eine Klage des Beklagten und setzt daher eine Klageerhebung voraus. Davon ist die Klageerwiderung des Beklagten zu unterscheiden. In der Klageerwiderung hat der Beklagte seine Verteidigungsmittel vorzubringen (§ 277 ZPO@). Bei der Klageerwiderung verteidigt sich der Beklagte gegen den Anspruch des Klägers, ohne dass der Beklagte einen eigenen Anspruch geltend macht. Verteidigungsmittel ist beispielsweise der Vortrag, dass der Anspruch des Klägers nicht mehr besteht, da bereits erfüllt oder dass der Anspruch bereits verjährt ist (siehe Klageerwiderung).


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