jura-basic (Lexikon: Fernabsatzvertrag Widerruf) - Grundwissen
   

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Fernabsatzvertrag (Widerrufsrecht)

Allgemeines

Rz. 1

a) Bei einem Fernabsatzvertrag steht dem Verbraucher ein Widerrufsrecht zu (§ 312g Abs. 1 BGB@).

Wird dem Verbraucher durch Gesetz ein Widerrufsrecht eingeräumt, so ist er an seine auf den Vertragsabschluss gerichtete Willenserklärung nicht mehr gebunden, wenn er sie fristgerecht widerrufen hat (§ 355 Abs. 1 BGB@).

Das Widerrufsrecht des Verbrauchers besteht aber nur, wenn der Verbraucher in der Rolle des Käufers und nicht des Verkäufers ist (vgl. BGH, 10. Dezember 2014 - VIII ZR 90/14, Leitsatz).

Das Recht der Fernabsatzverträge erfasst nach dem BGH nur Verträge, an denen ein Unternehmer auf Seiten des Lieferanten und ein Verbraucher auf Seiten des Abnehmers beteiligt ist. (BGH aaO, Leitsatz). Das beruhe auf dem Zweck des Widerrufsrechts bei Fernabsatzverträgen, der darin bestehe, den Verbraucher vor der Gefahr einer Fehlentscheidung beim Kauf zu schützen, da der Verbraucher vor Vertragsschluss die Ware nicht besichtigen oder sich ihre Eigenschaften im persönlichen Gespräch erläutern lassen könne (BGH aaO, Tz. 22).

b) Den Widerruf hat der Verbraucher gegenüber dem Unternehmer zu erklären. Aus der Erklärung muss der Entschluss des Verbrauchers zum Widerruf des Vertrags eindeutig hervorgehen. Eine Begründung für den Widerruf ist nicht erforderlich. Der Widerruf kann nur innerhalb der Widerrufsfrist erfolgen (Widerrufsrecht).

c) Die Widerrufsfrist beträgt 14 Tage. Sie beginnt ab Vertragsschluss, soweit nichts anderes bestimmt ist (§ 355 Abs. 2 BGB@). Im Fernabsatzrecht beginnt die Widerrufsfrist nicht, bevor der Unternehmer den Verbraucher nicht über das Widerrufsrecht informiert hat (siehe Belehrung, Rz.5).

d) Bei Fernabsatzverträgen mit bestimmten Leistungen kann das Widerrufsrecht vorzeitig (vor Ablauf der Widerrufsfrist) erlöschen, insbesondere bei Verträgen über Dienstleistungen und digitalen Inhalten, wie z.B. bei Downloadprodukten (siehe Inhaltsübersicht).

Fernabsatzverträge mit bestimmten Leistungen haben kein Widerrufsrecht, insbesondere Verträge über Spezialanfertigungen und verderblichen Waren (siehe Ausschluss, Rz.7).


|| Rz. 2 >>

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Dokument-Nr. 000260, © jura-basic 2019

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