jura-basic (Lexikon: Reisevertrag) - Grundwissen
   

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Reisevertrag (Reiserecht)

Begriff und Bedeutung

Durch den Reisevertrag wird der Reiseveranstalter verpflichtet, dem Reisenden eine Gesamtheit von Reiseleistungen (Reise) zu erbringen. Der Reisende ist verpflichtet, dem Reiseveranstalter den vereinbarten Reisepreis zu zahlen (§ 651a Abs. 1 BGB@).

Eine Gesamtheit von Reiseleistungen iSd. § 651a Abs. 1 BGB@ liegt bei sog. Pauschalreisen vor. In diesem Fall schuldet der Reiseveranstalter die Beförderung, Unterkunft und Verpflegung. Eine Gesamtheit von Reiseleistungen liegt auch vor, wenn nur zwei Reiseleistungen geschuldet werden, z.B. Beförderung und Unterkunft. Bei einer direkten Ferienwohnungsbuchung beim Eigentümer oder einer Hotelreservierung beim Hotel kommt Reiserecht nicht zur Anwendung.

Der Reisevertrag ist ein Unterfall vom Werkvertrag, da der Reiseveranstalter einen konkreten Erfolg (die Reiseleistungen) schuldet.

Vertragspartner mit dem Reiseveranstalter sind diejenigen Personen, die im Vertrag namentlich genannt sind. Daher sind die mitreisenden Familienangehörigen idR nicht Vertragspartner.

Der Reisevertrag ist als Vertrag zugunsten Dritter (§ 328 BGB@) anzusehen, d.h. jeder Mitreisende kann eigene Rechte gegen den Reiseveranstalter geltend machen.

Eine Gesamtheit von Reiseleistungen iSd. § 651a Abs. 1 BGB@ liegt bei sog. Pauschalreisen vor (siehe unten Reiseleistungen).

Beim Reiserecht sind nachstehende Themen von Bedeutung:

  • Pauschalreise

  • Reiseleistungen

  • Reiseveranstalter

  • Reisender

  • Leistungsvermittler

  • Reisepreis (Anzahlung, Höhe)

  • Reisebestätigung

  • Sicherungsschein

  • Voucher

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Hinweise

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