jura-basic (Lexikon: Mehrarbeit Ausgleichszeitraum) - Grundwissen
   

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Arbeitsverhältnis (Arbeitszeit, Mehrarbeit)

Ausgleichszeitraum

Rz. 3

a) Mehrarbeit ist arbeitszeitrechtlich zulässig, wenn sie innerhalb eines bestimmten Zeitraums ausgeglichen wird.

Die werktägliche Arbeitszeit der Arbeitnehmer darf acht Stunden nicht überschreiten. Sie kann auf bis zu zehn Stunden nur verlängert werden, wenn
  • innerhalb von sechs Kalendermonaten oder

  • innerhalb von 24 Wochen

im Durchschnitt acht Stunden werktäglich nicht überschritten werden (§ 3 ArbZG@).

Mehrarbeit muss innerhalb einer bestimmten Zeit (innerhalb eines Zeitraums) ausgeglichen werden (sog. Ausgleichszeitraum), z.B. durch Reduzierung der Arbeitsstunden (Freistellungen).

Für die Berechnung der durchschnittlichen Arbeitszeit ist ein Beginn des Ausgleichszeitraum erforderlich. Beginn und Dauer des Zeitraums kann der Arbeitgeber bestimmen. Möglich ist ein kürzerer Zeitraum ("innerhalb"), der Zeitraum muss aber zusammenhängend sein. Im Baugewerbe könnte Mehrarbeit an sonnigen Tagen durch ausfallende Arbeitszeit an regnerischen Tagen kurzfristig ausgeglichen werden, z.B. innerhalb von 2 Wochen.

Der Ausgleichszeitraum ist vom Gesetzgeber nicht auf das Kalenderjahr festgelegt, der Zeitraum kann auch vom Oktober-Februar des Folgejahres gehen. Der Ausgleichszeitraum beginnt regelmäßig mit dem Beginn der ersten Mehrarbeit (Abweichung der tatsächlichen Arbeitszeit von der regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit).

b) Der Ausgleich der Mehrarbeit (z.B. durch Reduzierung der Arbeitsstunden, Freistellungen) dient der Sicherheit und dem Gesundheitsschutz des Arbeitnehmers (siehe Einleitung, Rz.1).

Der Gesetzgeber geht arbeitszeitrechtlich von einer 6 Tage-Woche aus (siehe Einleitung, Rz.1). Als Ausgleichstage kommen Tage in Betracht, an denen der Arbeitnehmer nicht arbeitet.

c) Als Ausgleichstage dürfen nicht alle Wochentage, an denen der Arbeitnehmer nicht arbeitet, berücksichtigt werden. Nicht zu berücksichtigen sind Sonntage, Feiertage, Urlaubstage, Krankheitstage. Zu berücksichtigen ist der Samstag, an dem nicht gearbeitet wird. Wird weniger als 5 Tage in der Woche gearbeitet, können die freien Tage als Ausgleichstage genommen werden (siehe Ausgleichstage, Rz.4).


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Dokument-Nr. 000887 (Details, unten bei Hinweise), © jura-basic 2022

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