jura-basic (Lexikon: Studentenpraktikum Werkstudenten) - Grundwissen
   

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Informationen:

Arbeitsverhältnis (Student, Praktikum, Praktikant, Semesterarbeit)

Werkstudenten

Rz. 8

a) Werkstudenten sind Studenten, die neben dem Studium eine Erwerbsarbeit ausüben, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

b) Arbeitsrechtlich ist ein Werkstudent weisungsabhängig und in die Arbeitsorganisation des Weisungsgebers eingegliedert (siehe Arbeitnehmer). Der Werkstudent wird arbeitsrechtlich wie alle anderen Arbeitnehmer behandelt.

Für einen Werkstudenten kommen als Arbeitsverhältnisse in Betracht:

  • unbefristete Arbeitsverhältnisse (weiter..)

  • befristete Arbeitsverhältnisse (weiter..)

Ein Werkstudent hat Anspruch auf Erholungsurlaub (siehe Urlaub, Rz.9) und Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall (siehe Krankheit, Rz.11). Ein Werkstudent hat auch Anspruch auf Mindestlohn (siehe Mindestlohn).

c) Vom Arbeitsrecht ist das Sozialversicherungsrecht zu trennen.

Das Arbeitsverhältnis ist sozialversicherungsrechtlich ein abhängiges Beschäftigungsverhältnisses nach § 7 Abs. 1 SGB IV@ und somit sozialversicherungspflichtig für den Arbeitnehmer, sofern keine geringfügige Beschäftigung vorliegt (Minijob) oder andere vergünstigte Vorausetzungen vorliegen.

Besteht ein Minijob, muss der Arbeitnehmer keine Sozialversicherungsbeiträge bezahlen. Diese bezahlt der Arbeitgeber pauschal (siehe Minijob).

Besteht kein Minijob, ist eine Beschäftigung auch versicherungsfrei, wenn die wöchentliche Arbeitszeit von 20 Stunden („halbtags“) nicht überschritten wird (BSG, 11.11.2003, B 12 K24/03, unter 2a).

Versicherungspflichtig sind Arbeiter, Angestellte und zu ihrer Berufsausbildung Beschäftigte, die gegen Arbeitsentgelt beschäftigt (§ 5 SGB V@). Eine Ausnahme gilt für Personen, die während der Dauer ihres Studiums als ordentliche Studierende einer Hochschule oder einer der fachlichen Ausbildung dienenden Schule gegen Arbeitsentgelt beschäftigt sind, sie sind versicherungsfrei (§ 6 SGB V@). Das BSG hat angenommen, dass das Studium die Haupt- und die Beschäftigung die Nebensache ist, sofern die Beschäftigung wöchentlich 20 Stunden nicht übersteigt (BSG aaO, unter 2a). In diesem Fall spricht man vom Werkstudentenprivileg.

d) Vom Werkstudent ist der Pflichtpraktikant zu unterscheiden.

Der Pflichtpraktikant wird nicht als Arbeitnehmer, sondern als Student angesehen. Für einen Pflichtpraktikanten ist das Praktikum eine Pflicht auf Grund einer schulrechtlichen Bestimmung, einer Ausbildungsordnung oder einer hochschulrechtlichen Bestimmung. Im Vordergrund steht das Studium (siehe Pflichtpraktikum, Rz.3).


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Dokument-Nr. 000384 (Details, unten bei Hinweise), © jura-basic 2022

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