jura-basic (Lexikon: Urlaub Wartezeit) - Grundwissen
   

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Arbeitsverhältnis (Urlaub, Wartezeit)

Jeder Arbeitnehmer hat in jedem Kalenderjahr einen Anspruch auf bezahlten Erholungsurlaub (§ 1 BUrlG@). Bei einer 6 Tagewoche stehen dem Arbeitnehmer 24 Urlaubstage zu (§ 3 BUrlG@). Dies gilt auch dann, wenn im Arbeitsvertrag keine Regelung zum Urlaub besteht (siehe Urlaub).

Der volle Urlaubsanspruch entsteht nicht mit dem ersten Tag des Arbeitsbeginns, sondern erstmalig nach einem Arbeitsverhältnis von 6 Monaten (§ 4 BUrlG@). Dies ist die sog. Wartezeit.

Das Arbeitsverhältnis muss also mindestens sechs Monate bestehen, unabhängig davon, ob der Arbeitnehmer auch tatsächlich gearbeitet hat. So bleiben verschuldete oder unverschuldete Arbeitsverhinderung wie Krankheit oder Streik außer Betracht (BAG, 28.01.1991, 6 AZR 571/79).

Ist die Wartezeit erfüllt, erwirbt der Arbeitnehmer den vollen Urlaubsanspruch auch dann, wenn das Arbeitsverhältnis nicht während des ganzen Jahres bestanden hat.

Beispiel: Beginnt ein Arbeitnehmer seine Arbeit am 01.03., dann ist mit Ablauf des 31.08. die Wartezeit erfüllt. Ab diesem Zeitpunkt kann der Arbeitnehmer den vollen Jahresurlaub verlangen.

Hat der Arbeitnehmer die 6- monatige Wartezeit einmal zurückgelegt, erwirbt er den vollen Urlaubsanspruch jeweils mit Beginn des Kalenderjahres, also am 01.01 (Fälligkeit). Der Arbeitnehmer kann im Januar bereits seinen Jahrsurlaub nehmen. Dies ergibt sich aus § 1 BUrlG@, wonach das Urlaubsjahr das Kalenderjahr ist.

Erfüllt der Beschäftigte die Wartezeit nicht (z.B. Einstellung im Oktober) hat der Beschäftigte für das Kalenderjahr einen Anspruch auf Teilurlaub nach § 5 BUrlG@ (siehe Teilurlaub).


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Seite aktualisiert: 15.01.2012, Copyright 2017