jura-basic (Lexikon: Kaufvertrag Versendungskauf) - Grundwissen
   

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Kaufvertrag (Versendungskauf, Versandhandel)

Begriff und Bedeutung

Beim Versendungskauf haben die Parteien eine Kaufvertrag geschlossen und der Verkäufer versendet die Kaufsache an den Käufer.

Der Vertragsschluss kann durch eine Katalogbestellung oder einer Onlinebestellung im Webshop eingeleitet werden.

Regelmäßig vereinbaren die Parteien bei einem Distanzgeschäft (wenn Verkäufer und Käufer bei Vertragsschlus an unterschiedlichen Orten sind und der Vertrag durch Fernkommunikationsmittel zustandkommt) eine Schickschuld. Bei einer Schickschuld ist der Verkäufer verpflichtet dem Käufer die Sache zu schicken (senden).

Soweit die Parteien nicht ausdrücklich eine Schickschuld vereinbart haben, kann sich die Schickschuld bei einem Distanzgeschäft (z.B. Fernabsatzvertrag) auch durch Vertragsauslegung ergeben.

Grundsätzlich liegt der Leistungsort beim Verkäufer (§ 269 Abs. 1 BGB@), von dort aus hat der Verkäufer zu leisten, Dies bedeutet, dass der Käufer die Ware beim Verkäufer abzuholen hat (sog. Holschuld). Die Holschuld ist der gesetzliche Regelfall, sofern nichts anderes vereinbart ist oder sich aus der Natur des Schuldverhältnisses nichts anderes ergibt (vgl. § 269 Abs. 1 BGB@, siehe Holschuld). Bei einem Distanzgeschäft ergibt sich regelmäßig, dass der Verkäufer die Ware an den Käufer senden soll, sonst müsste der Käufer die Sache beim Verkäufer abholen. Dies ist in der heutigen Zeit nicht der Regelfall, insbesondere dann nicht, wenn Verkäufer und Käufer weit auseinander wohnen.

Bei der Schickschuld (Versendungskauf) nimmt der Verkäufer die Versendungshandlung (Leistungshandlung) bei sich vor. Der Leistungsort (Ort der Leistungshandlung) liegt beim Verkäufer (siehe Leistungsort). Beim Versendungskauf (Schickschuld) hat der Verkäufer die Ware versandfertig zu machen und dem Transportunternehmen zu übergeben (siehe Schickschuld). Mit dem Absenden der Ware tritt aber noch keine Vertragserfüllung ein. Denn der Verkäufer ist zur Übergabe der Sache mit Eigentumsübertragung verpflichtet.

Durch den Kaufvertrag wird der Verkäufer einer Sache verpflichtet, dem Käufer die Sache zu übergeben und das Eigentum an der Sache zu verschaffen (§ 433 Abs. 1 BGB@. Beim Versendungskauf erfolgt die Übergabe und Eigentumsübertragung beim Käufer. Dort liegt der Erfolgsort, dort tritt die Vertragserfüllung ein (siehe Erfolgsort). Sofern die Parteien eine Ratenzahlung mit Eigentumsvorbehalt (§ 449 BGB@) vereinbart haben, schuldet der Verkäufer zunächst lediglich die Sachübergabe ohne Eigentumsübertragung.

Beim Versendungskauf trägt grundsätzlich der Käufer das Versandrisiko.

Bei einem Versendungskauf, der zugleich ein Verbrauchsgüterkauf ist, trägt der Unternehmer das Versandrisiko.

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Hinweise

Dokument-Nr. 000341, Fachgebiet: Kaufrecht

Autor, siehe Impressum

jura-basic Verlag, siehe [www.jurabasic24.de]


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Seite aktualisiert: 10.06.2016, Copyright 2017