jura-basic (Lexikon: Werke Entstellung) - Grundwissen
   

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Urheberrecht (Beeinträchtigung, Entstellung des Werks)

Einleitung

Rz. 1

Das Urheberrecht schützt nicht das geschaffene Werk, sondern den Schöpfer des Werks in seinen geistigen und persönlichen Beziehungen zum Werk (siehe Urheberpersönlichkeitsrechte).

Schöpfer des Werks ist der Urheber (vgl. § 7 UrhG@).

Nach § 14 UrhG@ hat der Urheber das Recht,

  • eine Entstellung oder eine andere Beeinträchtigung seines Werkes zu verbieten,

  • die geeignet ist,

  • seine berechtigten geistigen oder persönlichen Interessen am Werk zu gefährden (sog. Entstellungsverbot).

Eine Entstellung eines Werkes liegt vor, wenn die Wesenszüge des Werks verzerrt dargestellt werden.

Beispiel: Ein Architekt erstellt ein Werk der Baukunst (Bauwerk), wozu auch das Treppenhaus gehört. Der neue Hauseigentümer gestaltet das Treppenhaus aus ästhetischen Gründen um. Die Wesenszüge des Treppenhauses werden verzerrt (entstellt) wiedergegeben.

Auch ohne Entstellung eines Werkes kann eine Beeinträchtigung des Werkes eintreten.

Eine Beeinträchtigung kann durch Bearbeitung iSd § 23 UrhG@ erfolgen. Bei der Bearbeitung eines Werkes wird der Gesamteindruck (die wahrnehmbare Form) des Werks wesentlich verändert, aber die charakteristischen Züge des Originals bleiben erhalten und stehen weiterhin im Vordergrund. Bei der Bearbeitung erfolgt die Veränderung in Anlehnung an das Original. Die Wiedererkennung des Originals in dem neu geschaffenen Werk ist vom Bearbeiter gewollt (siehe Bearbeitung).

Durch § 14 UrhG@ soll der Urheber vor Veränderungen seines Werkes geschützt werden. Nach dem Gesetzgeber muss der Urheber grundsätzlich nicht hinnehmen, dass er mit einem Werk in Verbindung gebracht wird, welches er so nicht geschaffen hat. Ob die Veränderung zu einer Verschlechterung oder Verbesserung des Werkes führt ist unerheblich. In beiden Fällen wird der Urheber mit einem Werk in Verbindung gebracht, welches er so nicht geschaffen hat.

Ein Veränderungsverbot besteht aber nur, wenn die Veränderung geeignet ist, die geistigen oder persönlichen Interessen des Urhebers an seinem Werk zu gefährden. Dies ist abhängig vom Einzelfall.

Bei einer Beeinträchtigung durch Bearbeitung hat der Gesetzgeber eine Entscheidung getroffen. Bearbeitungen oder andere Umgestaltungen des Werkes dürfen nur mit Einwilligung des Urhebers des bearbeiteten oder umgestalteten Werkes veröffentlicht oder verwertet werden, d.h. zum Zeitpunkt des Beginns der Bearbeitung eines Werks ist ein Einwilligung des Urhebers grundsätzlich noch nicht erforderlich (siehe Bearbeitung).

Eine Sonderfall der Beeinträchtigung ist die Vernichtung des Werkes. Durch die Vernichtung kann das Werk von Dritten nicht mehr wahrgenommen werden werden. Nach dem BGH stellt die Vernichtung eines urheberrechtlich geschützten Werks eine "Beeinträchtigung" im Sinne des § 14 UrhG@ dar (siehe Vernichtung, Rz.8).


|| Rz. 2 >>

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Dokument-Nr. 00043, © jura-basic 2019

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